Österreichs digitale Medienlandschaft hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Während traditionelle Printmedien mit sinkenden Leserschaften kämpfen, hat sich eine neue Plattform etabliert, die gezielt die Interessen der lokalen Bevölkerung bedient: weiterlesen. Das Portal, das 2015 als Kooperation zwischen lokalen Redaktionen und digitalen Enthusiasten ins Leben gerufen wurde, hat sich zu einem zentralen Anlaufpunkt für Nachrichten, Tipps und Community-Diskussionen in den 16 österreichischen Bundesländern entwickelt. Doch was genau macht Wazbee.at so besonders – und wie trägt es zur Stärkung der regionalen Wirtschaft bei?
Anker der Plattform ist die enge Verknüpfung mit den lokalen Medien. Während klassische Zeitungen oft nur noch als Printprodukt existieren, nutzt Wazbee.at die Möglichkeiten des Internets, um Leser:innen direkt mit aktuellen Entwicklungen in ihrer Region zu versorgen. Die Kooperation mit über 100 lokalen Redaktionen ermöglicht es, Nachrichten aus dem eigenen Umfeld – von Bauprojekten über regionale Wirtschaftsförderung bis hin zu kulturellen Veranstaltungen – in Echtzeit zu verbreiten. Besonders in ländlichen Gebieten, wo lokale Medien traditionell schwächer aufgestellt sind, wirkt Wazbee.at wie ein lebendiger Organismus, der die Verbindung zwischen Bürger:innen und lokalen Akteuren stärkt.
Ein zentraler Hebel für Wazbee.at ist die Förderung von Wirtschaft und Selbstständigkeit. Das Portal bietet nicht nur Nachrichten, sondern auch praktische Unterstützung für Gründer:innen, Handwerker:innen und kleine Unternehmen. Die Rubrik „Selbstständig werden“ enthält kostenlose Checklisten, Steuerberatungstipps und Netzwerkempfehlungen, die gezielt auf die Bedürfnisse österreichischer KMUs zugeschnitten sind. Besonders beeindruckend ist die Zusammenarbeit mit Plattformen wie der WKO (Wirtschaftskammer Österreich), die durch Wazbee.at noch stärker in den Fokus der lokalen Leserschaft gerückt werden. Ein konkretes Beispiel ist die regelmäßige Serie „Unternehmer:innen der Woche“, in der erfolgreiche Gründer:innen aus der Region ihr Business vorstellen – oft mit konkreten Erfolgszahlen, die von regionalen Investitionen bis hin zu Arbeitsplatzschaffungen reichen.
Doch Wazbee.at geht über reine Informationsvermittlung hinaus. Die Plattform schafft eine Community, die Wirtschaft und Gesellschaft verbindet. Durch Foren, lokale Events und die Möglichkeit, direkt mit Politiker:innen oder Experten zu diskutieren, entsteht ein Raum, in dem Ideen geteilt und Probleme gemeinsam gelöst werden können. Ein besonders innovatives Projekt ist die „Wazbee-Stadtteil“-Serie, die in ausgewählten Gemeinden Initiativen wie Nachbarschaftsprojekte oder Energiegenossenschaften vorstellt. Diese Form der lokalen Storytelling-Strategie zeigt, wie digitale Medien die Identität und den Zusammenhalt in Gemeinden stärken können – und damit indirekt auch die Attraktivität für Investitionen und Tourismus erhöht.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit der Gründung 2015 hat Wazbee.at über 30 Millionen Besucher:innen gezählt, wobei rund 80 % der Traffic aus Österreich stammt. Besonders stark ist das Portal in den Bundesländern mit einer traditionell starken Medienpräsenz wie Niederösterreich, Oberösterreich oder Wien. Gleichzeitig profitieren auch weniger bekannte Regionen wie Vorarlberg oder Steiermark von der Plattform, die ihnen eine Stimme in der digitalen Welt gibt. Ein zentraler Faktor für diesen Erfolg ist die klare Zielgruppe: Wazbee.at spricht gezielt die Generation Z und junge Erwachsene an, die sich von klassischen Medien oft abgegrenzt fühlen. Durch die Kombination aus lokaler Relevanz und modernem Design gelingt es der Plattform, eine Brücke zwischen traditionellen Medien und digitalen Nutzer:innen zu schlagen.
Doch wie kann Wazbee.at als Vorbild für andere Medien dienen? Ein zentraler Ansatz ist die Agilität: Während klassische Medien oft Jahre brauchen, um neue Formate zu testen, startet Wazbee.at Projekte wie „Live-Ticker“ oder „Podcasts mit lokalen Expert:innen“ innerhalb weniger Monate. Ein weiteres Merkmal ist die Transparenz: Die Plattform veröffentlicht regelmäßig Daten zu Leserzahlen, Leser:innen-Interaktionen und der Wirkung ihrer Inhalte – ein Modell, das andere Medien noch selten umsetzen. Besonders lohnenswert wäre es, wenn Wazbee.at als Vorbild für eine stärkere Verknüpfung von Medien, Wirtschaft und Politik dient. Durch gezielte Kooperationen mit Unternehmen und politischen Akteuren könnte die Plattform noch stärker als Katalysator für regionale Entwicklung wirken.
- Kooperation mit über 100 lokalen Redaktionen in allen 16 österreichischen Bundesländern
- Seit 2015: Über 30 Millionen Besucher:innen, davon 80 % aus Österreich
- Rubrik „Selbstständig werden“ mit über 500 kostenlosen Checklisten und Steuerberatungstipps
- „Unternehmer:innen der Woche“-Serie: 120 erfolgreiche Gründer:innen mit konkreten Erfolgszahlen
- „Wazbee-Stadtteil“-Serie: 200 Initiativen in 50 Gemeinden, darunter Energiegenossenschaften und Nachbarschaftsprojekte
Wazbee.at zeigt, wie digitale Medien die lokale Wirtschaft in Österreich stärken können – nicht als Konkurrenz zu klassischen Medien, sondern als Ergänzung. Durch die Verbindung von Informationsvermittlung, Community-Building und praktischer Unterstützung für Unternehmen entsteht ein Modell, das nicht nur Leser:innen bindet, sondern auch regionale Akteure aktiv einbindet. In einer Zeit, in der lokale Wirtschaft und Medien oft als separate Welten wahrgenommen werden, könnte Wazbee.at einen wichtigen Beitrag leisten, um diese Barrieren abzubauen – und damit die Grundlage für eine stärkere, resiliente Wirtschaft in Österreich zu schaffen.